Bei einer Eigenblutspende, auch autologe Blutspende genannt, spendet ein Patient für sich selber Blut. Dies ist nur bei einer geplanten Operation mit einem bereits festgelegten Termin möglich.
Was ist die Eigenblutspende?
Bei einer Eigenblutspende spendet ein Patient für sich selber Blut. Es handelt sich in der Regel um eine Vollblutspende von 450 ml. Sie wird nicht weiter in ein Erythrozytenkonzentrat und Plasma aufgetrennt. Die Spende wird speziell deklariert (Name, Geburtsdatum und Unterschrift des Spenders) und darf ausschliesslich nur für ihn verwendet werden. Sollte der Patient das Blut nicht benötigen, wird es vernichtet.
Die Kosten für die Herstellung der Eigenblutkonserve werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Spenden, die nicht transfundiert werden können, müssen ebenfalls fakturiert werden.
Warum soll man Eigenblut spenden?
Eine Eigenblutspende ist dann indiziert, wenn bei einer geplanten Operation mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Bluttransfusion benötigt wird. Mögliche allergische oder andere Immunreaktionen auf Fremdblut können minimiert werden. Insbesondere bei speziellen Antikörperkonstellationen (z.B. nach Mehrfachtransfusionen oder Schwangerschaften) kann eine EBS sinnvoll sein.
Die potentielle Infektübertragung durch Fremdbluttransfusion spielt in der Schweiz inzwischen eine eher untergeordnete Rolle. Die neuesten schweizer Zahlen zeigen ein Restrisiko für HIV und HCV von ca 1 : 1.25 Mio und für HBV bei 1 : 150.000. Dieses Risiko ist wesentlich kleiner, als beispielsweise von einem Blitz getroffen zu werden.
Wann soll man Eigenblut spenden?
Der Operationstermin sollte definitiv fixiert sein, da das EB ist maximal 42 Tage haltbar ist. Die erste Spende sollte maximal 5 Wochen vor der Operation stattfinden, die letzte minimal eine Woche vor der Operation. Idealerweise liegt die letzte EBS ca 2-3 Wochen vor dem Operationstermin, da die Erythropoese dann besonders aktiv ist. In der Zeit zwischen der ersten Blutspende und dem Operationstermin ist in der Regel eine Eisensustitution angezeigt.
Wer soll Eigenblut spenden?
Eine Eigenblutspende ist nur möglich, wenn der physische und psychische Gesundheitszustand des Patienten es erlauben. Es dürfen keine gravierenden cardio-vaskulären, pulmonalen, cerebralen, neurologischen oder infektionsbedingte Erkrankungen vorliegen. Eine Infektionserkrankung zum Zeitpunkt der Spende könnte das Produkt kontaminieren.
Das minimale Hämoglobin vor jeder Spende sollte mindestens 110 g/l betragen. Das Höchstalter sollte 80 Jahre nicht übersteigen.
Absolute Kontraindikationen sind: akute Infekte, akute Erkrankungen ungeklärter Genese, frischer Herzinfarkt (< 3 Monaten), instabile Angina pectoris, Hauptstammstenose der Koronararterien, klinisch wirksame Aortenstenose, dekompensierte Herzinsuffizienz, Synkopen unklarer Genese sowie gewisse Medikamente wie z.B. Antikoagulantien, Antibiotika und Beta-Blocker, sofern der Puls < 60 und der Blutdruck systolisch < 120 mmHg.
Der definitive Entscheid ob ein Patient als Eigenblutspender qualifiziert, wird vom Spendearzt im RBSZ Luzern gefällt.
Wie funktioniert die Eigenblutspende?
Normalerweise empfiehlt der Operateur dem Patienten die Eigenblutspende und entscheidet wieviel Blutkonserven benötigt werden. Er überweist den Patienten an den Hausarzt. Dieser meldet ihn mit untenstehendem Formular im Blutspendezentrum an. Der Patient erhält das Aufgebot vom Blutspendezentrum. Es werden die voraussichtlichen Spendetermine vereinbart. Bei der ersten Spende findet ein Gespräch mit dem Spendearzt statt. Unmittelbar vor der ersten Spende werden Blutdruck, Puls und kapilläres Hämoglobin bestimmt.
Der Eigenblutspender muss den medizinischen Fragebogen für Fremdblutspender ausfüllen und – mit wenigen Ausnahmen – die Kriterien der Spendetauglichkeit erfüllen.
Welche Laboruntersuchungen werden bei einer Eigenblutspende gemacht?
Bei jeder Eigenblutspende wird die Blutgrupppe bestimmt und das Blut auf folgende Infektionskrankheiten untersucht: Hepatitis B und C, HIV und Syphilis. Bei der ersten Entnahme wird ein venöses Hämatogramm gemacht.
Was muss ein Eigenblutspender beachten?
Der Spender sollte vor der Spende genügend Flüssigkei zu sich nehmen (am Tag der Spende mind. 2 Liter), damit der Körper den Volumenverlust von ca. einem halben Liter möglichst schnell wieder ausgleichen kann. Er sollte am Morgen nicht nüchtern zur Spende kommen.
Innerhalb von 72 Stunden vor der Spende sollten keine venösen Blutentnahmen oder Infusionen gemacht worden sein. Er sollte sich Zeit nehmen (ca 1 Stunde)!
Anmeldeformular für Eigenblutspende
>> Anmeldeformulareigenblut.pdf