Was ist Blutplasma?
Blutplasma ist der flüssige Bestandteil des Blutes. Es besteht zu 90% aus Wasser und enthält alle wichtigen Substanzen, die im Blut transportiert werden (Eiweisse, Salze, Fette, Hormone). Plasma wird bei der Behandlung angeborener und erworbener Gerinnungsstörungen, wie z. B. durch massive Blutungen bei schweren Unfällen und grossen Operationen benötigt. Blutplasma enthält, sofern unmittelbar nach der Spende bei minus 60° Celsius schockgefroren, alle Blutgerinnungsfaktoren, die zusammen mit den Blutplättchen eine drohende Blutung verhindern oder eine bestehende Blutung zum Stillstand bringen können. Plasma kann während 2 Jahren bei minus 25° C gelagert werden. Nur bei Plasma ist eine derart lange Lagerung möglich. Besonders bei der Blutgruppe AB besteht jedoch immer ein Mangel, weil Plasma dieser Blutgruppe universell eingesetzt werden kann, die Blutgruppe AB aber nur mit 4% in der schweizer Bevölkerung vertreten ist.
Wie funktioniert die Plasmaspende?
Bei der Plasmaspende wird dem Spender das Blut entnommen und in einem Blutzellseparator während der Spende, mittels Zentrifugation, sofort in die einzelnen Bestandteile aufgetrennt. Die vom Plasma getrennten Blutbestandteile (rote, weisse Blutkörperchen und Thrombozyten) werden dem Spender direkt wieder zurückgegeben. Dieser Vorgang dauert in der Regel zwischen 30 und 50 Minuten. Da dem Plasmaspender nur der Plasma-Anteil (600 ml) entnommen wird, kann er häufiger zur Spende kommen als ein Vollblut-Spender. Aus medizinischen Gründen wird ein Abstand von mindestens 6 Wochen empfohlen, das heisst, maximal 8 mal pro Jahr. Selbstverständlich kann man neben Plasma auch Vollblut spenden, es muss einfach darauf geachtet werden, dass der Abstand von 6 Wochen eingehalten wird.
Wer kann Plasma spenden?
Grundsätzlich gelten für die Plasmaspender dieselben Voraussetzungen wie für alle Blutspender. Sie müssen zwischen 18 und 65 Jahre alt und gesund sein und entweder die Blutgruppe AB oder B besitzen.
Plasma darf nur nach einer sog. „Quarantäne-Lagerung „ an Patienten abgegeben werden. Also nur dann, wenn der Spender nach Ablauf von mindestens 4 Monaten erneut auf Infektionskrankheiten getestet wird und seine Befunde wiederum keine Auffälligkeiten zeigen. Erst dann kann das Plasma der lezten freigegeben werden.
Mit Spendern, die regelmässig Plasma spenden, ist ein derartiges Quarantäneprogramm natürlich viel leichter zu bewerkstelligen, als mit Gelegenheitspendern. Damit die Freigabe Ihres quarantänegelagerten Plasmas gewährleistet wird, sollten Sie bereit sein, mindestens 4 mal im Jahr Plasma zu Spenden.
Im Plasma können Antikörper gegen verschiedene Oberflächenstrukturen von Blutzellen vorhanden sein. Bei einer Transfusion zu einem Patienten, der zufällig diese Struktur besitzt, können schwerwiegende Komplikationen auftreten. Die Antikörper entstehen bei Kontakt mit fremdem Blut. Ausser bei Bluttransfusionen findet solch ein Kontakt nur im Rahmen von Schwangerschaften statt. Deshalb dürfen in der Schweiz frisch gefrorene Plasmen (Quaratäneplasma) nur von männlichen Spendern oder Frauen, die niemals schwanger waren, hergestellt werden.